Dienstag, 3. Mai 2016

Wanderwoche Vinschgau - von Saltaus dem Maiserwaal entlang nach Meran

So wird unterwegs auf einer Tafel informiert:

Das Bodenverbesserungskonsortium Neuwaal Obermais mit Sitz in Meran hält den gleichnamigen Wasserlauf (Waal) samt Wanderweg in Stand. Der Waal erstreckt sich von Saltaus bis Obermais, hat insgesamt eine Länge von 9 km und verläuft durch die Gemeinden Meran, Schenna, Riffian und St. Leonhard. Der Neuwaal Obermais, welcher bereits seit dem 13. Jahrhundert urkundlich bezeugt ist, wurde im Jahr 1658 nach längerem Verfall wiedereröffnet. Bis heute dient der Waal zur Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Seit dem Jahr 2012 wird der Waal im Rahmen eines aufwändigen Projektes saniert.

Eine mustergültige Sanierung! Der Waal fliesst meist in einem naturbelassenen Bachbett, auf touristische Infrastrukturen wird verzichtet. Auch ohne Jausen ist ein Waal ein Erlebnis!

Ein kurzer Kommentar zu den Fotos: man kann nicht Wanderungen leiten und so nebenbei auch noch gut fotografieren. Insbesondere die Pflanzenfotos sind beim Rekognoszieren entstanden.


Dienstag, 26. April 2016

Von Naturns mit Bus 251 nach Meran Bahnhof. Weiter mit Bus 240 nach Saltaus im Passeiertal. Ab hier kurzer Abstieg hinunter zur Passer. Kurz hinter der Brücke sehen wir die Schöpfe (Wasserfassung) des Maiserwaals. Auf der Schattseite des Tales geht es nun gemütlich durch Obstplantagen und Wälder Tal auswärts. In Obermais, wo der Waal endet, könnte man mit dem Bus nach Meran fahren. Es lohnt sich jedoch, zu Fuss zur Passerpromenade hinunterzusteigen. 

11 km, T1, 40 Hm Aufstieg, 200 Hm Abstieg, 3 Std. reine Wanderzeit, keine Jausen


Wie fast jeden Morgen teste ich auf einem kurzen Bummel das Wetter. Hier der Blick zum Hotel Lamm, das sich hinter Bäumen versteckt und schwierig zu fotografieren ist. Und natürlich muss ich bei der Etschbrücke warten, bis die Vinschgerbahn auftaucht.













Zwei Stunden später sind wir schon unterwegs, am ersten Wandertag alle sehr motiviert. Nicht alle sind es jedoch gewohnt, täglich mehr als 10 Kilometer zu wandern.










Es ist eine wahre Freude! Der Maiserwaal führt viel und klares Wasser, der Waalweg ist breit und in Steilhängen talseitig gut gesichert. 

In der Schweiz sind die Hüterwege der Suonen und Bissen das Eldorado der Biker geworden, nicht selten zum Schreck der Wanderer. Im Südtirol ist das Befahren der Waalwege verboten. Die Verbote werden meist beachtet - und wenn doch mal ein Biker kommt, dann ist es ein ....

Immer wieder führt der Weg durch Apfelplantagen. Natürlich wissen wir alle, dass solche Monokulturen nicht unproblematisch sind. Aber die Apfelblüten sind halt einfach traumhaft schön!










Früher war für jeden Waal ein Waaler zuständig. Er wohnte am Waal, ein Wasserrad mit einem Seilzug läutete eine Glocke. 

Die Waalschell hell erklingt,
solang das Wasser rinnt,
und bleibt es einmal aus,
muss der Waaler aus dem Haus.










Immer wieder haben wir Ausblicke hinüber zu den Osthängen des Passeiertales, hier zum Dorf Riffian.











Und dann der imposante Gipfel der Mutspitze mit den ausgesetzten Muthöfen. Diesen Gipfel hätte ich schon lange gerne bestiegen. Ich bin aber vorsichtiger geworden und bin nicht mehr allein in solchem Gelände unterwegs.



Bei der Mittagsrast kommen wir ins Grübeln, ob da nun Birnen oder Äpfel heranwachsen. Eines ist sicher: Kartoffeln sind es nicht.












Überraschend kommen unterhalb Schenna Schlüsselstellen:







ein Überhang und ein bissiger Hund ....



 Na ja - und dann sind wir doch plötzlich, ein bisschen müde, in Meran an der Passerpromenade und erfreuen uns am Blumenschmuck.

Dieser Baum gibt uns Rätsel auf. Ist es ein Hartriegel - und wenn ja, welcher?

Hier des Rätsels Lösung: es handelt sich um den Taschentuchbaum (Davidia involucrata) Die Pflanze stammt aus China und gehört tatsächlich zur Familie der Hartriegel.






Eindeutig nicht zur Familie der Hartriegel gehört dann dieses Produkt im Café Sissi Royal. Es handelt sich eindeutig um einen Weichstrudel, einen Apple lactis vulgaris.